Sportler der Superlative – Patrick Lange

Unseren Orthomol Sport-Athleten Patrick Lange brauchen wir euch nicht ausführlich vorzustellen. Und das aus zwei guten Gründen: Seine sportlichen Sensations-Erfolge, wie der diesjährige Sieg in Rekordzeit beim Ironman Hawaii, sind in „aller Munde“. Der zweite Grund ist, dass Informationen aus „erster Hand“ spannender sind als Einleitungen 😉 Viel Freude beim Lesen des Interviews mit Patrick Lange.

Ab wann wusstest du, dass du auf Hawaii eine gute Chance auf einen erneuten Sieg hast?

Ich erlaube es mir bei Wettkämpfen bis zuletzt nicht, mich solchen Gedankenspielen hinzugeben. Insofern wurde es mir erst so richtig bewusst, dassich tatsächlich auf den Sieg zulaufe, als ich auf den Ali’i Drive eingebogen bin.

Wann hast du realisiert, dass du den Rekord knacken kannst?

Als ich beim Wechsel vom Rad zum Laufen einen Blick auf meine Radzeit geworfen habe, wurde mir bewusst, dass wir bis dahin schon verdammt schnell unterwegs gewesen sind. Auf Hawaii fände ich es allerdings vermessen, vor dem Beginn des Marathons darüber nachzudenken, ob man einen Rekord knacken kann oder nicht. Denn Hawaii ist mit seinen klimatischen Bedingungen ein ganz besonderes Rennen, bei dem man sich bis zuletzt nicht zu sicher fühlen sollte.

Du hast zweimal in Folge den härtesten Ironman der Welt gewonnen. Wir fragen uns: Wie kann man das überhaupt noch toppen?

 Gegenfrage: Warum sollte ich es toppen wollen? Mir geht es bei meinen Wettkämpfen nicht darum, etwas oder jemand anderen in den Schatten zu stellen. Jede Teilnahme ist auf ihre Art und Weise einzigartig und ich habe große Lust, in den kommenden Jahren herauszufinden, wo meine individuellen Grenzen liegen.

Nach den zwei Siegen auf Hawaii, was sind deine kommenden Ziele / Pläne?

Auch in den nächsten Jahren wird Hawaii bei mir das Rennen sein, auf dem mein Hauptfokus liegen wird. Als Athlet auf der Langdistanz habe ich das Gefühl noch recht am Anfang zu stehen. Und gerade beim Schwimmen haben sich bei mir in diesem Jahr noch einige Potentiale offenbart.

Musstest du lernen, auf deinen Körper zu hören?

 Da ich bereits als Kind viel Sport getrieben habe, ist es für mich ganz natürlich geworden, auf meinen Körper zu hören. Ich denke genau diese Fähigkeit, wahrzunehmen wie man sich fühlt und das Training entsprechend aussteuern zu können, ist für einen Leistungssportler essentiell wichtig und kann maßgeblich dazu beitragen, wie lange man im Spitzensport tätig sein kann.

Ist es psychisch belastender als Titelverteidiger in ein Rennen zu gehen?

Der Druck war für mich noch nie so groß wie in diesem Jahr. Die Erwartungshaltung, welche einem entgegen schlägt, wenn man als amtierender Weltmeister nach Hawaii zurückkehrt, ist sehr groß. Damit muss man erstmal umgehen können und das war für mich dieses Jahr eine ganz besondere Herausforderung.

Wie gehst du generell mit Erwartungshaltungen und Druck von außen um?

Ich bin jemand, der sich den Druck gerne weg redet. Mir fällt es leichter, wenn ich mir die Last von den Schultern nehme und möglichst locker und entspannt in ein Rennen gehe.

Du hast deine Ernährung umgestellt und bist nun Vegetarier. Was hat sich verändert? Wie versorgst du deinen Körper mit ausreichend Nährstoffen?

Vegetarier bin ich bereits seit über 7 Jahren, auf Fisch verzichte ich seit etwa 2 Jahren. Eine ausgewogene Ernährung und das Auseinandersetzen mit Lebensmitteln spielt natürlich schon eine wichtige Rolle, wenn man bestimmte Lebensmittelgruppen komplett weglässt. Ich achte daher auf eine ausreichende Protein- und Eisenzufuhr, gerade in hochintensiven Trainingsphasen.

 Wie regenerierst du nach harten Rennen?

 Am liebsten regeneriere ich, indem ich Zeit mit Freunden verbringe, was während der Saison ohnehin viel zu kurz kommt. Ansonsten helfen mir Massagen.

Wie wichtig ist die Ernährung vor und nach sportlichen Einheiten?

 Man sagt, die Ernährung ist die vierte Disziplin im Triathlon und diese Aussage kann ich nur bestätigen. Die richtige Ernährung vor, während und nach den Einheiten kann einen maßgeblichen Beitrag zur Leistungsfähigkeit beisteuern.

Wie hältst du dich fit im Winter?

 Im Winter genieße ich erstmal, dass etwas weniger Training auf dem Plan steht. Abgesehen davon fahre ich gern Moutainbike, gehe in den Bergen gerne wandern und fahre regelmäßig Skilanglauf.

Gibt es auch Zeiten, in denen der Sport auch mal komplett eine „Pause“ hat bei dir?

 Ja, ganz besonders im Anschluss an eine Langdistanz gibt es bei mir in den ersten Tagen überhaupt keinen Sport. Und auch in der Übergangsphase nach Hawaii wird nur das gemacht, worauf ich wirklich Lust habe.

Dein Rat an Triathlon Einsteiger?

 In den letzten Jahren sind viele elektronische Geräte auf den Markt gekommen, die es ermöglichen, beinahe alle Leistungskomponenten deines Trainings aufzuzeichnen. Viel wichtiger finde ich es allerdings, gerade zu Beginn, dass man Spaß am Sport hat und lernt, sich auf sein eigenes Körpergefühl zu verlassen.

Was sind deine Gedanken direkt vorm Start?

Unmittelbar vor dem Start fokussiere ich mich voll und ganz auf das Rennen und meine Ziele und erinnere mich nochmals daran, dass ich bei mir bleiben möchte.

Welchen Anteil hat das Material am Erfolg?

 Gerade auf dem Rad spielt das Material eine wirklich große Rolle, denn dem Thema Aerodynamik ist nicht allein durch einen guten Sitz auf dem Rad genüge getan. Gerade meine neueste Änderung – ein vollkommen individuell konzipierter und 3D-gedruckter neuer Vorbau für mein Canyon Speedmax – hat einen maßgeblichen Einfluss auf ein energieschonenderes Radfahren bei mir bewirkt.

Stichwort Freiwasser: Gab es schon Begegnungen, auf die du gerne verzichtest hättest zum Beispiel Quallen o.ä.? Treffen Veranstalter Vorkehrungen?

 Die ein oder andere Begegnung mit Quallen, Schlick und Meerespflanzen gehört zum Freiwasser einfach dazu. Glücklicherweise ist mir bislang nichts Schlimmeres passiert und die Quallen, die mir begegnet sind, waren alle harmlos.

Wie sehen die letzten Stunden (der Vorbereitung) vor einem Wettkampf aus? Gibt es Rituale?

Ein stoisches Ritual gibt es nicht, allerdings ist der Ablauf immer recht ähnlich. Je mehr ich an diesem Tag auf Autopilot schalten kann, desto entspannter stehe ich nachher auch an der Startlinie.

 

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