Profi-Triathletin Daniela Sämmler im Interview

Heute gibt eine wahre Top-Athletin aus dem Team Orthomol Sport lesenswerte Einblicke in die Welt des Profi-Triathlon-Sports. Es würde hier den Rahmen sprengen, die sportlichen Erfolge von Daniela Sämmler alle aufzulisten. Zu den Highlights gehören mit Sicherheit die beiden Ironman-Champion-Titel und der diesjährige 1. Platz bei der Challenge Roth mit neuem deutschen Langdistanz-Rekord: 08:43:42h.

Wir „schnacken“ jetzt nicht länger rum, denn ihr seid zu Recht gespannt auf das Interview. Wie trainiert die Top-Athletin und Power-Frau Daniela, welche Tipps hat sie, um beim Triathlon alles zu geben, wie fühlt sie sich vor wichtigen Rennen und wie hat sie ihr Rekord-Rennen vor, während und nach dem Sieg empfunden? All das und noch viel mehr, erfahrt ihr hier:

– Liebe Daniela, wie fühlt man sich knapp vier Wochen nach dem grandiosen Erfolg in Roth? Konntest Du den Gewinn des Ironman-Klassikers schon verarbeiten?

Ehrlich gesagt hat es schon ein paar Tage gedauert, bis sich das Erlebte gesetzt hat. Direkt nach dem Sieg in Roth und auch noch kurz danach kam mir alles vor wie in einem Film oder in einem Traum, in dem ich zwar die Hauptrolle spielte, aber es wirkte alles sehr irreal. Auch durch den Medienrummel bedingt, ist mir erst in der Woche nach der DATEV Challenge Roth klar geworden, was ich da eigentlich geleistet habe. Bis ich den Erfolg also so richtig realisiert habe und schließlich auch genießen konnte, sind ein paar Tage ins Land gezogen. 😉

– Wie erklärst Du Dir diese unglaubliche Fabelzeit von 8:43:42 Stunden?

Dass ein Unterbieten des deutschen Rekords auf der Langdistanz im Bereich des Möglichen lag, wusste ich aufgrund meiner Leistung der vorherigen Rennen und aus meinen Trainingsergebnissen. Natürlich lässt sich das nicht auf die Minute genau planen und es kommt immer auf den Rennverlauf an. Wer mich kennt, weiß, wie schwer es mir fällt, vor einem Rennen Prognosen abzugeben. Mit meiner Ansage war ich also ziemlich sicher, dass ich das auch schaffen kann. Am Ende hat natürlich auch der Zweikampf mit Lucy Charles zu dieser sehr guten Zeit geführt, weil ich auch dank ihr wirklich an mein Limit gegangen bin.

–   Was hast Du im Training konkret geändert?

Grundsätzlich arbeite ich im Training an jeder Disziplin. Meistens setzte ich Schwerpunkte auf einzelne Blöcke im Schwimmen, Radfahren und Laufen. Aber es ist genauso wichtig, alle drei Komponenten bestmöglich aufeinander abzustimmen, das ist nicht immer ein einfacher Prozess und bedarf einer Menge an Fingerspitzengefühl. Seit März dieses Jahres hat mich hier mein neuer Trainer Björn Geesmann bestens unterstützt. Auf dem Rad hat mit Sicherheit die Arbeit mit STAPS und Gebiomized noch einmal richtig viel gebracht, nicht nur für das Radfahren selbst, sondern auch für die dritte Disziplin. Ich steige viel „entspannter“ ab als früher, und auch beim Laufen haben wir wohl einiges richtig gemacht, denn meine Laufleistung von Roth zeigt eine deutliche Verbesserung. Das Schwimmen lief in Roth nicht perfekt, aber das wird immer die Herausforderung im Triathlon bleiben, am Tag X in allen drei Disziplinen das Maximum herauszuholen. Als Profisportler muss man wohl einen gewissen Hang zum Perfektionismus mitbringen und vor allem darf man nie aufhören, an sich selbst zu arbeiten.

–  Was hast Du in puncto Ernährung verändert für diesen großen Erfolg?

Im Bereich Ernährung habe ich nichts verändert, aber man lernt über die Jahre immer mehr dazu und sammelt Erfahrungen, die zu einem immer besseren Gesamtverhalten führen und eine gewisse Routine entstehen lassen. Natürlich gilt es auch in Sachen Ernährung, immer das Optimum herauszuholen und hierzu gehört für mich seit Jahren auch Orthomol Sport dazu.

– Wie wichtig ist Dir das Thema Regeneration in der Trainingsphase und in der Wettkampfphase?

Regeneration, Entspannung und Erholung ist mindestens genauso wichtig wie das Training selbst. Nur die optimale Mischung aus Be- und Entlastung machen am Ende den Erfolg aus. Hier sind viel Feingefühl und Sensibilität gefragt und die Kompetenz und das Einfühlungsvermögen des Trainers ungeheuer wichtig. 

–  Wie schaltest Du so richtig ab?

Das ist definitiv ein Bereich, in dem bei mir noch Potenzial liegt… aber ich finde, da darf man auch nicht zu streng zu sich selbst sein. Als Triathlon-Profi muss man vieles selbst organisieren. Auch wenn ich ein tolles Team im Rücken habe, neben dem Training kommen Events, Sponsorengespräche, Medienanfragen, Kommunikation und der ganz normale Alltagswahnsinn zusammen. Am besten entspanne ich einfach in der gemeinsamen Zeit mit meinem Sohn, meiner Familie und mit Freunden.

–  Wie verbindest Du Deine Profikarriere mit dem Mama-Dasein?

Ich denke mein „Geheimnis“ ist, dass ich nicht die Familie an mein Sportlerleben anpasse, sondern anders herum. Das funktioniert wirklich gut und die Zeit, die ich mit meinem Sohn verbringe, ist absolut wertvolle Zeit. Ich habe ein tolles Umfeld und in unserer Familie ziehen alle an einem Strang, das ist unheimlich wichtig.

– Was sind Deine Ziele für das Jahr 2019? 

Über die Saison 2019 werde ich mir frühestens nach dem IRONMAN Hamburg Gedanken machen, je nachdem, wie es dort läuft, vielleicht auch erst Mitte Oktober…

– In welcher Disziplin siehst Du das größte Steigerungspotenzial?

Ich sehe in allen drei Disziplinen noch Potenzial. Ich denke, im Triathlon darf man nie nur eine Disziplin betrachten, es ist immer wichtig, das Ganze im Auge zu behalten.

–  Was ist Dein Tipp für Einsteiger?

Zunächst einmal geht es in erster Linie um den Spaß am Triathlon. Kein anderer Ausdauersport ist so vielseitig für den Körper und gleichzeitig aber auch so anspruchsvoll. Ausdauer, Koordination und Kraft – ich kann jedem nur empfehlen, es einfach mal auszuprobieren und die ersten Gehversuche bei einem Volkstriathlon zu machen. Mit einem langsamen und gefühlvollen Aufbau kann man an unvergesslichen Momenten bei Wettkämpfen arbeiten – eben bis zur Langdistanz. Aber bei allem Trainings-Ehrgeiz, der Spaß darf nie zu kurz kommen und man sollte den Sport nicht allzu ernst nehmen.

– Was hältst Du von dem neuen „Boom-Sport Triathlon“? Findest Du den Trend positiv oder negativ?

Für mich als Profi-Athletin kann es nichts Besseres geben als eine große Aufmerksamkeit für unsere tolle Sportart. Ich finde, es ist immer positiv, wenn sich Menschen für eine Sportart begeistern und begeistern lassen. Bewegung ist immer gut und noch besser ist es, wenn gleich die ganze Familie mitmachen kann. Gerade im Triathlon kann man dem Alltagstrott ganz einfach entfliehen. Und was gibt es Schöneres als sich selbst sportlich zu betätigen und am Ende auch noch mit einem Finisher-Shirt oder einer Medaille belohnt zu werden? Wir Profis führen im Vergleich zu anderen Sportarten immer noch ein „Schattendasein“, aber die Aufmerksamkeit nimmt zu und das ist am Ende auch für den Triathlonsport eine positive Entwicklung.

–  Was sind Deine Gedanken direkt vor Start?

Die letzte Stunde vor dem Start wird nie meine Lieblingsstunde werden… wie die meisten bin ich hier einfach nur mit mir und dem Rennen beschäftigt und konzentriere mich auf die Strecke und auf meine Kräfte und Möglichkeiten. 

– Wie schaffst Du es, ruhig zu schlafen (schaffst Du es überhaupt ;))?

Die Nacht vor dem Rennen ist bei mir meistens sehr unruhig und nicht wirklich erholsam. Viel wichtiger sind aber die Nächte davor. Und da schaffe ich es meistens, sehr gut zu schlafen. Autogenes Training, Physiotherapie, Yoga, ein Buch… Dinge, die jeder kennt, können hier viel helfen.

–  Wie ist das Verhältnis zur Konkurrenz? Gibt es Freundschaften auf dem Niveau?

Es ist wie im „normalen Leben“: Mit manchen Athletinnen und Athleten versteht man sich sehr gut, mit anderen weniger blendend. Mit meinen Teamkollegen zum Beispiel verbringe ich sehr viel Zeit und der Sport schweißt natürlich zusammen.  

–  Was machst Du gegen die Gefahr von Krämpfen / Hungerast?

Es gilt einfach, immer rechtzeitig zu trinken und zu essen und nicht erst, wenn sich der Durst oder Hunger einstellt, denn dann ist es bereits zu spät… 

– Wie hart geht es beim Schwimmen bei den Frauen zu?

Auf der Langdistanz ist das recht human. Jede Athletin bemüht sich um einen fairen Wettkampf – dass es auch mal zu Körperkontakt kommen kann, ist ganz normal. Aber von „bewusster“ Härte kann hier auf keinen Fall die Rede sein. Auf der Kurzdistanz ging es da früher schon anders zur Sache…

– Wieviel Anteil hat die Qualität des Materials für den Erfolg?

Der Körper ist das Kapital eines jeden Athleten, aber natürlich gilt: Das Material entwickelt sich ständig weiter und man kann es sich im Profibereich nicht mehr erlauben, hier Nachteile in Kauf zu nehmen, wenn man vorne mitmischen möchte. Es geht immer darum, die perfekte Symbiose aus Mensch und Material zu finden – ich bin dank meiner Sponsoren hier wirklich optimal aufgestellt und wahnsinnig dankbar, diese Möglichkeit zu haben.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Daniela und wünschen für die kommenden Wettkämpfe viel Erfolg! Wir drücken die Daumen und fiebern mit!

Bilder: Ingo Kutsche 

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