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Dehnen ist vor allem Wellness

05.07.14 06:00

Die Mythen halten sich hartnäckig: Dehnen vor, während und nach dem Sport muss sein. Es beugt Muskelkater vor, sorgt für bessere Beweglichkeit, wirkt leistungssteigernd, dient dem Aufwärmen und der Verletzungsprophylaxe. „Alles Quatsch“, sagt der Sportmediziner und Orthomol Sport-Experte Dr. Frank Weinert aus dem bayerischen Gangkofen. „Es gibt keinerlei wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Dehnen tatsächlich unerlässlich ist.“

Nichtsdestotrotz halten viele Sportler am Dehnen fest, weil es einfach gut tut! „Das mag pseudowissenschaftlich sein, aber bei vielen Athleten sorgt moderates Dehnen für ein gutes, oft sogar entspannendes Gefühl“, berichtet der Sportmediziner. Das könne auch damit zusammenhängen, dass mit dem Dehnen die mentale Vorbereitung auf das darauffolgende Training beginne. „Man sammelt sich dabei ganz einfach“, gibt er zu bedenken. Mit den sonstigen Mythen allerdings räumt Dr. Weinert auf:

Stichwort Muskelkater

Probiert man eine neue Sportart oder auch nur Trainingstechnik aus, ist das für den Körper eine neue, ungewohnte Belastung, die häufig zu Muskelkater führt. Da hilft auch kein Dehnen.

Stichwort Aufwärmen

„Wichtig in der Aufwärmphase ist, dass man langsam mit der Belastung beginnt und diese dann steigert“, sagt Weinert. Entscheidend ist, dass die Muskeln durchblutet werden und der Stoffwechsel behutsam angekurbelt wird, das geschieht durch Bewegung. Wer sich für einen Sprint aufwärmt, macht eher Sprungübungen. Auch kann es durchaus sinnvoll sein, die Muskeln steifer, angespannter zu behalten.

Stichwort Verletzungsprophylaxe

Auch dafür gibt es keinerlei medizinische Hinweise. „Im Gegenteil, in vielen Aufwärmprogrammen, etwa „Die 11+“ der FIFA, sind keinerlei Dehnübungen enthalten. Vielmehr gilt es zur Verletzungsprophylaxe mit dem Training bestimmter Muskeln, die Gelenke zu stabilisieren. Gleichgewichts- und Koordinationsübungen sorgen für bessere Balance und können damit akuten Verletzungen und Überlastungsschäden vorbeugen.“

Stichwort Beweglichkeit

„Dehnen macht uns nicht beweglicher“, ist Sportmediziner Weinert überzeugt. Denn dafür sei es auch notwendig, die Gelenke zu aktivieren. Vor allem aber gebe es schlichtweg bewegliche und weniger bewegliche Menschen, was kaum zu beeinflussen sei. „Da kann man jahrelang den zentralen Lotussitz trainieren und bleibt trotzdem im Vergleich zu anderen steif“, sagt er.

Stichwort Leistungssteigerung

„Bei bestimmten Sportarten kann Stretching sogar kontraproduktiv sein“, erklärt Dr. Weinert. Bei intensivem Kraft- und schnellem Tempotraining oder auch einem flotten Fußball- oder Basketballtraining verringert Dehnen sogar die Muskelspannung und kann daher langsamer machen.

So hält der Sportmediziner Dehnen medizinisch zwar nicht für angezeigt, abhalten würde er davon trotzdem keinen Sportler. „Man kann aber durchaus mal seine Trainingsroutine in Sachen Stretching überdenken, denn manchmal ist es möglicherweise reine Zeitverschwendung“, lautet die Einschätzung von Dr. Weinert.

WRW

Tags: Mythen Dehnen Muskelkater Aufwärmen Verletzungsprophylaxe Beweglichkeit Leistungssteigerung

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