Es liegt was in der Luft, ein ganz besonderer Duft

Weihnachtliche Gewürze von Anis bis Zimt ­– und was man vielleicht noch nicht darüber wusste.

Was wäre die Weihnachtszeit ohne ihren ganz speziellen Duft? Ob Plätzchen, Weihnachtsgans oder Tannenzweige: Olfaktorisch wird man zum Jahresende richtig verwöhnt. Das hebt bei den meisten nicht nur die Laune, sondern bringt uns so richtig in Festtagsstimmung. Ein Grund mehr, um die köstlichen Beigaben zum Fest einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Anis

Gerne werden Anis und Sternanis in einen Topf geworfen, das gleiche Paar Schuhe sind die beiden aber keinesfalls. Während Anis ähnlich wie Sellerie, Fenchel und Dill zu den Doldenblütlern gehört, bilden Sternanisgewächse eine eigene Pflanzenfamilie. Als Frucht des chinesischen Magnolienbaums ist der bei uns verbreitete Sternanis optisch leicht vom „echte“ Anis zu unterscheiden und auch in Sachen Intensität bei Geschmack und Geruch legt der Sternanis deutlich vor seinem „Namensvetter“. Nichtsdestotrotz eint beide das süße, lakritzähnliche Aroma, was sicherlich der Grund für die häufigen Verwechslungen sein mag. Zur Weihnachtszeit ist es aber zweifelsohne der Sternanis, der so manch weihnachtliches Arrangement verziert und Gebäck wie auch Punsch versüßt.

Kardamom

Grüner Kardamom ist ein echter Star der Gewürzküche und das nicht nur, weil er nach Safran und Vanille Platz drei der wertvollsten Gewürze belegt. Dank des ätherischen Kardamomöls werden die kleinen Kapseln der zu den Ingwergewächsen gehörenden Pflanze zum Neutralisieren von Knoblauchgeruch verwendet. Während Kardamom in der westlichen Hemisphäre kulinarisch vor allem in der kalten Jahreszeit dem weihnachtlichen Backwerk zugegeben wird, sind die würzig-süßen Samen im arabischen Raum beispielsweise ein beliebter und alltäglicher Zusatz für den Kaffee. Nicht das Gleiche in „Schwarz“ ist im Übrigen der schwarze Kardamom, der wegen seines herberen, rauchigen Aromas eher in der deftigen Küche Anwendung findet.

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Nelken

Nelken oder auch Gewürznelken sind die getrockneten Blütenknospen des Gewürznelkenbaums. Den deutschen Namen verdankt die Nelke übrigens ihrer Form, das mittelhochdeutsche „negelkin“ bedeutet so viel wie „Nägelchen“ und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Die Heilpflanze des Jahres 2010 hat mit ca. 15% einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen, von denen insbesondere das Eugenol maßgeblich für den Nelkenduft verantwortlich ist. Nelken sind kulinarisch sowohl zum Süßem wie auch bei Deftigem hervorragend einsetzbar.

Ingwer

„Zingiber officinale“ lautet der botanische Name der Pflanze, deren Knolle bei uns allgemein als Ingwer bekannt ist. Dem Sanskrit entstammend bedeutet die Bezeichnung sinngemäß „mit Geweihsprossen versehen“, was beim Anblick des unterirdisch wachsenden Sprosses gar nicht mal so abwegig erscheint. Durch seinen frischen, scharfen Geschmack ist er auch sehr vielseitig einsetzbar – sei es zum Kochen, kandiert zum Naschen, oder eingelegt als klassischer „Gari“, der dem einen oder anderen vom Sushi essen bekannt sein dürfte. Über die Hälfte der Gesamtwelternte wird übrigens in Indien produziert, während die ganzjährig erhältliche Knolle weltweit in den Kochtöpfen landet.

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Vanille

Die wohl bekannteste und viel beworbene Bourbon Vanille ist zweifelsohne eine weihnachtliche Institution auf jedem Plätzchenteller. Aber auch zu jeder anderen Jahreszeit ist Vanille eine omnipräsente Zutat für eine große Fülle an Lebensmitteln. Wie bei Bourbon Whiskey leitet sich die Bezeichnung von einem französischen Adelsgeschlecht ab, dem Ludwig der Xlll. angehörte. Zur Regentenzeit Ludwigs wurde die Insel La Réunion, das ursprüngliche Anbaugebiet der Vanille, in „Île Bourbon“ umbenannt – und im Handumdrehen war der Name geboren. Die fermentierten Schoten bestechen nicht nur durch ihren süßen Duft. Die echte Vanille rangiert auf Platz zwei der wertvollsten Gewürze und wird daher häufig durch das synthetische Vanillin ersetzt. Ein Grund für den hohen Wert der Vanille ist der Anbau: Die Pflanze blüht nur einen Tag lang und kann entsprechend nur in diesem kurzen Zeitraum bestäubt werden. Da ist minutiöse Planung gefragt.

Zimt

Der Klassiker zur kalten Jahreszeit hat neben dem charakteristischen Geschmack und seinen dekorativen Qualitäten auch inhaltlich einiges zu bieten. Die getrocknete Rinde des Zimtbaums kann als Stange oder in Pulverform genutzt werden. Auch den Appetit regt dieser echte Publikumsliebling an – beim Gedanken an Zimtsterne oder Hamburger Franzbrötchen hätte er das unserer Meinung nach aber gar nicht mal nötig. Eine wichtige Unterscheidung lässt sich bei der Qualität machen. Der hochwertige und aromatische Ceylon-Zimt (auch Kaneel oder „echter Zimt“) ist nach seinem Ursprungsland Sri Lanka benannt und ist durch seine feinblättrige Struktur zu erkennen. Der günstigere und weit verbreitete Cassia-Zimt stammt hingegen vorrangig aus China, besteht zumeist aus einem einzelnen, wesentlich dickeren Rindenstück und hat ein kräftiges herbes bis leicht süßliches Aroma.

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